Neukölln – Geschichten eines Bahnhofs

Wie ich unlängst bemerkte, hat sich der S‑ und U-Bahnhof Neukölln in ein eigenständiges Ökosystem verwandelt. Bei einem mehrstündigen Aufenthalt im U-Bahnbereich entdeckte ich einen neuen Schritt von der Wohlstandsgesellschaft in die Recycling-Gesellschaft!

Gegen 14:30 Uhr. Ein Student befördert seine Bierflasche mit einem gekonnten Wurf in Richtung Mülleimer, um rechtzeitig die gerade ankommende Bahn zu erreichen. Menschen kommen und gehen, schmeißen weg und gehen fort. Das ist nichts Neues.

Etwa eine Stunde, nachdem der junge Mann seine Bierflasche in den Müll wandern ließ, erscheint ein älterer Herr. Er greift in die endlosen Tiefen der sich hier befindlichen Abfallbehälter, und holt dieses und jenes heraus. Siehe da! Die Flasche. Sie hat den Besitzer gewechselt. Der älterere Herr packt sie in seine Tasche und setzt seine Tour fort. Später ankommenden Recyclern lässt er keine Chance mehr. Die Konkurrenz ist hart, versteht sich.

Und so hat schließlich jeder Bürger etwas davon. Ein ständiges Geben und Nehmen. Ökosystem Großstadt.

Nachtrag: Zu meiner großen Überraschung und Freude ist der S-Bahnhof Neukölln zur rauchfreien Zone erklärt worden! Gut, ich muss immer noch einige Bürger darauf aufmerksam machen, dass Analphabetismus keine Entschuldigung für das Ignorieren der Piktogramme ist. Dennoch Glückwunsch an Bezirksverwaltung und Bahn: es geht doch!

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Comments

Da bin ich ja jetzt mal gespannt… ;-)

Ende der Spannung :) Der Beitrag ist da^^

…und er ging in eine andere Richtung als gedacht, aber sehr interessant…

In welche Richtung sollte es denn gehen? Rollbergviertel, Gangs & organisierte Kriminalität? ;)

nee, Geschichte(n) eines Bahnhofes! Ich war dem Titel etwas auf den Leim gegangen (und hatte ihn auch nicht richtig gelesen): Ich habe tatsächlich Verkehrsgeschichte (mein Metier) erwartet :))

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