Über BLLs und andere Feinschmeckereien
A. hat noch 39 Minuten Zeit. Dann ist es 19 Uhr, Zeit, ihre Besondere Lernleistung (BLL) abzugeben.
Die BLL ist in diesem Fall eine schriftliche Facharbeit, liebevoll auch “die Fünfte” genannt, die theoretisch im Laufe des letzten Semesters, praktisch jedoch von etwa 99,8 % aller Schüler in den letzten Wochen angefertigt wurde. Der von der Schulleitung zur Abgabe festgesetzte Termin war der 15. Dezember 2006 (gut, kurzzeitig auch der Januar, aber dazu später). Nun gewährten einige geschätzte Lehrer ihren Zöglingen eine Nachfrist, woraufhin diese die Arbeit vermutlicherweise etwas langsamer angingen.
Ein interessantes Phänomen war auch seit etwa anderthalb Wochen zu beobachten: das Massenschwänzen. Gewisse BLL-Absolventen erschienen nicht nur in begrenztem Maße zum Unterricht (mal abgesehen von jenen, die sowieso nie da sind), um den Abgabetermin pünktlich einhalten zu können.
Ich bevorzugte die Methode, bis in die tiefe Nacht herein zu arbeiten, auch wenn ich dafür gewisse Schlaf-Engpässe und enorme Unaufmerksamkeit in der Schule in Kauf nehmen musste (schlafen in der S-Bahn gehört nicht dazu; das ist bereits seit einigen Monaten Standard). So stellte ich pünktlich meine Hausarbeit zum Thema “Aktuelle Veränderungen der Vegetation der Kanarischen Inseln am Beispiel Teneriffas” fertig, auch wenn ich inhaltlich noch nicht zufrieden bin.
Zurück zu den Faulpelzen Vielbeschäftigten: diese wurden heute von Frau Sch. (Schulleiterin jenseits der besten Jahre) dazu aufgefordert, ihre Arbeit pünktlich bis 19 Uhr (heute ist eine Adventsveranstaltung, daher ist die Schule geöffnet) im Sekretariat abzugeben. Noch 18 Minuten sind das jetzt.
Den Abgabetermin nehme ich gleich mal als Vorwand Beispiel, um eine kleine Bilanz zu ziehen.
Unser verschollener in der Klapse gelandeter ausgebrannter krank geschriebener PäKo (Pädagogischer Koordinator) Herr H. (eigentlich witzig, dass der was mit Koordination am Hut haben soll früher wahrscheinlich sehr effektiv arbeitend) hatte wahrscheinlich schon länger keinen Bock mehr kurzfristig die Schule zwecks seiner Gesundheit verlassen müssen. Er schaute ab und zu mal vorbei versuchte möglichst oft, dennoch die Organisation von Terminen zu übernehmen. Seit kurzer Zeit haben wir nun Herrn K. (total der * und hat mich mal für 10. Klasse gehalten), Vetreter Herrn H.s, bekommen. Er hat nun (in?)offiziell die Position seines Vorgängers übernommen.
Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir bis zuletzt ständig andere Vorgaben erhielten. Ob Format, Inhalt, Bezugsfach, Abgabetermin, Ausführung, Details, Zielsetzungen oder einfach generelle Informationen: immer schwankte es hin und her. Mal hü, mal hott. Heute so, morgen os (das ist absichtlich so geschrieben wie ’hallo’ und ’ollah’ ;)).
Wenn ich alles anführen würde, was an unserer unorganisierten verplanten dreckigen dummen eigensinnigen Schule so abläuft, würde ich wahrscheinlich noch in drei Tagen hier sitzen, wenn ich nicht innerlich geplatzt wäre. Unsere Hausmeister sind erinnern an Orks, die Arbeitsmoral einiger Lehrer lässt definitiv zu wünschen übrig und auch generell erfüllt die ADO alle Kriterien, um das Attribut “total fatal” erhalten zu können.
Jetzt ist es 19 Uhr. Oha.
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