Bye bye, Readers Edition!

Heute habe ich mich von der Readers Edition verabschiedet. Die Veränderungen in letzter Zeit, zumeist von dieser dynamischen Dame und diesem jungen Allround-Talent ausgehend, waren schlichtweg inakzeptabel. Ein solches Maß an Ignoranz, Überheblichkeit und Perhorreszenz seitens der neuen “Redaktionsleitung” waren der Höhepunkt eines Weges, der aus verschiedenen, in letzter Zeit aufgekommenen Faktoren leider unweigerlich auf dieses Ende hinauslaufen musste. Anbei, ein offener Brief an “die Redaktion”.

Auch ich muss wohl nicht mehr ankündigen, dass ich die Readers Edition verlassen werde, wurde doch schon mein Status auf “Autor” zurückgesetzt und ich per E-Mail rückwirkend darüber informiert.
FloSu hat ja bereits auf Unstimmigkeiten hingewiesen, dem wäre noch vieles hinzuzufügen. Warum nicht in einem Artikel bei der Readers Edition?
Zu meiner Tätigkeit bei der RE: Es tut mir leid, dass ich nun mal nicht mit einem mobilen Endgerät im Klassenzimmer sitzen und den lieben langen Tag auf diese Weise Artikel redigieren kann. Meine Freizeit habe ich dem Arbeiten in der Readers Edition gewidmet, dies war nunmal meist erst in der Nacht möglich.
Ich habe meine Zeit (da zu dieser Uhrzeit meist nur noch ein Artikel auf dem Desk lag, der bereits von unserem Dreamteam Bearbeitung genoss) zuletzt meist auf das Berichtigen von Bildunterschriften verwendet. Ich bleibe übrigens dabei: es heißt FOTO. Auch ein Screenshot, von denen ja wunderbar oft in jeglichem Kontext während der letzten Wochen Gebrauch gemacht wurde, wird bitte groß geschrieben. Der DUDEN (kann ich wärmstens für die zukünftige Arbeit empfehlen!) wird es Ihnen danken.
Keine Frage, Ursula und Bernhard, Sie haben die Readers Edition in den letzten Wochen umsorgt und viel Arbeit in das Projekt gesteckt. Da tat sich dann einfach die Frage auf, wenn man so engagiert arbeite, wozu dann überhaupt Moderatoren? Der Chat am Montag, auf den ich große Stücke gesetzt habe, wurde kurzerhand als “überflüssig” gebrandmarkt, sei doch alles Friede, Freue, Eierkuchen. “Die Grenzen zwischen Arroganz und Ignoranz sind fließend”, wusste bereits Alfred Polgar.
Neue, für meine Begriffe identische (und m.E. auch überflüssige) Ressorts kurzerhand eingeführt, eine wirre Projektkoordination, nur noch Treffen mit dem “aktiven Moderatorenkreis” (24h/d, 365d/y?), nein danke.
Ich werde die Readers Edition vermissen, nicht aber das Ungetüm, was sich in letzter Zeit diesen Namen gab und wie ein maligner Tumor die Idee des Citizen Journalism befiel.

Dem jetzigen Führerduo alles erdenklich Gute für die Zukunft,
Florian Siebeck

Bleibt zu erwarten, wie sich die RE entwickelt. Schade - aus diesem Projekt hätte etwas Wundervolles entstehen können.

UPDATE: Ich habe noch ein schönes Zitat aus einer Mail vom 22. Januar ’07 gefunden. Darin wird von der “Redaktionsleitung” angekündigt:

Für März ist ein Moderatoren-Treffen geplant. Bis dahin ist auch die redaktionelle Struktur schon wesentlich deutlicher zu erkennen. Wir werden das Moderatoren -Treffen allerdings nur mit jenen Moderatoren durchführen, die tatsächlich auch praktisch tätig sind. Auch das hat sich bis dahin besser heraus kristallisiert und neue sind vielleicht dann auch schon dabei.

Das lasse ich mal so im Raum stehen.

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Comments

[…] las ich bei einem einer der solchen. Schade auch, aber ich habe das kommen sehen. Wer weiß mehr? […]

Schade, dass ein spannendes Projekt wie die RE so den Bach hinunter geht. Auch ich habe seit einigen Tagen die Mitarbeit eingestellt -als Autor und passiv als Leser frequentiere ich die RE auch nicht mehr.

Das auf implizite Schleichwerbung nur von oben herab mit “uns ist aber wohl dabei” eingegangen wurde ist nur ein Grund. Die erbärmliche Kommunikation ein weiterer. Die z.T. Verschlimmbesserung von Beiträgen etwas zusätzliches.

Bevor nicht einiges bei der RE geklärt ist, werde ich keinen weiteren Beitrag einreichen und auch als Leser fernbleiben.

Betrachtet man die Zurückstufung der RE Beiträge und die drastisch fallenden Zahlen zu Reichweite und Ranking bei Alexa ist die RE deutlich auf dem absteigenden Ast.

[…] Auch mich hat es erwischt - übrigens wie alle, die sich nicht schon zuvor verabschiedet haben. Florian schildert das Problem treffend. Zusammenfassend auch bei Wilhelm Ruprecht Frieling. […]

Und nochmal zwei manuelle Trackbacks:

Steffen Büffel:
http://www.media-ocean.de/2007/01/30/readers-edition-ohne-ehrenamtliche/

sowie

ich:
http://www.blogh.de/700

[…] Peter und Steffen vermuten, daß ihnen das nur wegen ihrer relativen Prominenz erspart geblieben sei, denn sie seien in letzter Zeit als Moderatoren nicht besonders aktiv gewesen. Beide verabschieden sich nun aus Solidarität ebenfalls vom Projekt RE. Weitere enttäuschte Einträge gibt es bei den ehemaligen Moderatoren Florian Siebeck, Ruprecht Frieling und Frederic Schneider. […]

[…] Man muss immer etwas vorsichtig sein, solche Vorgänge aus der Außenperspektive zu beurteilen - man hat nie das ganze Bild. Aber das, was Peter Schink, Steffen Büffel, Florian Siebeck sowie Prinz Rupis Blog schildern, ist relativ gleichlautend: Die alten Moderatoren sind, bis auf wenige Ausnahmen, rausgeflogen. Der Ton der Verabschiedung nicht eben herzlich. […]

[…] Doch zurück zu Holtzbrinck und seinen Investitionen. StudiVZ wurde übernommen. Eine politische Investition, wie wir heute wissen, weil man den Geschäftsbereich von Holtzbrinck umstrukturieren möchte. So formuliert man es zumindest auf Seiten der Entscheider. “Fast Forward” heißt die neue Finanzierungsoffensive von Holtzbrinck Ventures. Ich habe eigentlich nichts gegen englischsprachige Begriffe, jedoch kommt es mir so vor, als würde die Bedeutung von derlei Begriffen im deutschsprachigen Raum immer ein wenig pervertiert. Man führe sich den Unterschied zwischen “Unternehmer” und “Entrepreneur” vor Augen. Mir ist klar, im Englischen gibt es für beides nur ein Wort. Aber ich sehe ganz klar eine Unterscheidung. Ähnlich die jetzt bei der Readers Edition eingeführte Bezeichnung von “Citizen Journalism” im Vergleich zu “Bürgerjournalismus”. Die Readers Edition fährt damit derzeit vor die Wand, entlässt ihre Moderatoren und bekleckert sich nicht mit Ruhm. Dazu an anderer Stelle mehr… - Die genannten Begriffspaare und viele weitere zeigen in meinen Augen, dass die englischen Bezeichnungen in ihrer Ausprägung in der deutschen Realität eher so etwas wie einen pejorativen Charakter erhalten. Muss das so sein?! Mitnichten. […]

[…] Florian tippselt: […]

Readers Edition im (Auf-)Bruch?…

Kaum ist meiner einer einmal für einen Abend offline und geht ohne Notebook zum Webmontag Frankfurt (ein guter Vortrag über Mixi, das Kuscheln danach war super), schon wache ich heute morgen auf und höre die Schwerter im Kampfe erklingen…

[…] Ach ja: die bisherigen Moderatoren wurden gefeuert und sind gar nicht glücklich darüber. […]

[…] Fast noch deutlichere Worte sind bei Florian Siebeck und Ruprecht Frieling zu finden. Bekanntermaßen sehr deutliche Worte natürlich auch von Don Alphonso zu diesem Thema. […]

[…] das ist gar nicht gut, was man so von Readers Edition hört, die ihr ehrenamtlichen Moderatoren einen netten Arschtritt verpasst haben. Siehe Frank Hemlschrotts Eintrag zwecks Überblick, die betroffenen Moderatoren auf Media-Ocean, Blog Age, FloSi Online und Prinz Rupis Blog. Und Don im Chili&Pepper Mode über RE. […]

[…] Weitere Reaktionen: Ex-Moderator Florian Siebeck mit einem offenen Brief an die Redaktion Don Alphonso in der Blogbar […]

[…] Nachdem ja gestern viel über die Readers Edition geschrieben wurde. Es wurden Moderatoren gefeuert und auch so wie es aussieht neue eingestellt. […]

[…] Die das natürlich nicht auf sich sitzen lassen. […]

[…] Dann kam gestern noch die Schreckensmeldung über die Netzeitung reader´s edition (z. B. bei FloSi), deren neuer Eigner und/oder die neue “Schriftleitung” kurzen Prozeß mit den ehrenamtl. Mods machte und sie an die frische Luft setzte. Ein Glück, daß meine seinerzeitigen Überlegungen an einem Mitwirken damals in einer gedanklichen Sackgasse endeten, so blieb mir einiges erspart. […]

Manueller Trackback Phil - Tales from the Geekside:

http://www.sassen.org/blog/2007/01/31/meine-stellungnahme-zur-readers-edition/

[…] Wieder mal nicht aufgepasst. Die Readers Edition, die letztes Jahr von der Netzeitung an den ehemaligen Chefredakteur derselben verkauft wurde, hat mächtig umgebaut. Und dabei sämtliche Moderatoren - wie sagt man bei Ehrenamtlichen - ziehen lassen über den Bürgerjordan geschickt, sofern sie nicht aus Solidarität abgehauen sind. Klar, Blogger, ehemalige Schreiber und Kritiker sind nicht begeistert. Startupfehler 2.0 vom Feinsten. Und die Einleitung zum neuen Jahr… Die Gesellschaft steht vor Veränderungen, die Sie, als jeder einzelne Bürger, mitgestalten sollen. Die tiefe Zerrissenheit und Gespaltenheit in diesem Bereich erfordert eine deutliche Bürgerstimme. […]

[…] Die rüde Vorgehensweise des neuen Gutsbesitzers in seinem angeblich basisdemokratisch orientierten Portal führte zu tumultartiger Empörung in der Blogosphäre, auf deren Aktivisten das Readers Edition-Projekt bisher fußte. Die Ex-Moderatoren begannen, ihre Erfahrungen offen zu legen und das System, das »wie ein maligner Tumor die Idee des Citizen Journalism befiel« (Moderator Florian Siebeck) zu kritisieren. Dazu zählt auch der inzwischen für Die Welt tätige Projektgründer Peter Schink, den Maier wohl aufgrund seiner Bekanntheit nicht öffentlich »absägen« wollte. Der Gründungsvater erklärte seine Tätigkeit für die RE mit sofortiger Wirkung für beendet. […]

[…] Was hat sich getan in Sachen Readers Edition? Offiziell: Stillschweigen. […]

[…] Für die Geschassten ist auch noch ein Satz übrig: wer von ihnen in die “Hall of Fame” einziehen wolle, sei “ebenfalls herzlich willkommen”. Diese Einladung bleibt aber von vielen unerwidert. Einmal düpiert, ist die Bereitschaft gering, das Projekt weiter zu unterstützen. Besonders ärgert die Ex-Moderatoren, wie ihnen der Status genommen wurde. Florian Siebeck hat eine nur eine Woche alte Mail aufbewahrt. Darin wird ihm und den übrigen Moderatoren ein Treffen für März angekündigt. Und es heißt nebulös: “Wir werden das Moderatoren-Treffen allerdings nur mit jenen Moderatoren durchführen, die tatsächlich auch praktisch tätig sind.” Dass gerade die Empfänger der Mail zu den Aussortierten gehören sollen, hätten sie sich nicht gedacht. […]

[…] Und der mittlerweile ausgeschiedene RE-Mod Florian Siebeck assistiert: “Ein solches Maß an Ignoranz, Überheblichkeit und Perhorreszenz seitens der neuen “Redaktionsleitung” waren der Höhepunkt eines Weges, der aus verschiedenen, in letzter Zeit aufgekommenen Faktoren leider unweigerlich auf dieses Ende hinauslaufen musste. (…)Ich werde die Readers Edition vermissen, nicht aber das Ungetüm, was sich in letzter Zeit diesen Namen gab und wie ein maligner Tumor die Idee des Citizen Journalism befiel.” […]

[…] Ist das der von der Readers Editon häufig geforderte “qualitative” Sprung? Ist das eine Wesensveränderung hin Richtung mehr Qualität, die dort gerne immer und zu jeder Zeit benutzt wurde, um den Leuten damit vor dem Gesicht herum zu wedeln?! Ein ganzer Tross Moderatoren wurde auf die Straße gesetzt - manche folgten aus Solidarität - und nun werden fähige Nachfolger präsentiert, wie Herr Kubach, der sich ja bereits in die Nesseln gesetzt hatte. Der doppelmoralische Kubach, oder sollen wir ihn den Subversiven nennen?! Er hatte sich zuvor beim Tippen die Finger verbrannt, weil er Prinzipien anprangerte, die bei der Readers Edition jetzt an der Tagesordnung sind. […]

Hallo Florian,

hier ist Alex, Teilnehmer am berüchtigten Treff mit H.E.M. 2006. Einen Artikel, wo auch immer, über R.E. wird es in absehbarer Zeit nicht, ja vermutlich niemals geben. R.E. spielt offensichtlich dank Autodecapiatio keine Rolle mehr die es zu erwähnen wert wäre.

Was da in einer Nacht- und Nebelaktion offensichtlich einsam entschieden wurde, berührt mich. Deine Tumoranalogie trifft ins Schwarze. Leider! Mir fällt dazu der septische Schock mit Multiorganversagen ein.

Alles Gute!

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