Where the hell am I?
„Da. Setz dich hin und blogge.“ Sagts und steht auf. Ich sitze auf ihrem Bett mit dem Laptop auf dem Schoß und denke nach. Über mich, über alles. Colbie Caillat singt, während sie sich versehentlich „ins Auge wachst“ (das hört sich jetzt derb anders an). Ich könnte darüber twittern, aber meine letzte Meldung ist schon länger als ein halbes Jahr nicht mehr abgelöst worden, ich habe den Sinn gerufen und er ist nicht erschienen. Sie zieht sich an zum Rauchen und schaut dabei aus wie eine sibirische Nat, mit Pelzmütze und rosa Schal als Aufschrei an alle wohlhabenden Stecher, sie abzuholen und durchzunehmen. Mein dänischer Käse hat auch schon Angst, nicht vor ihr, mich schaut er mit großen Augen an, aber ich kenne kein Erbarmen. Lange genug hat er auf dem Balkon residiert, seine Zeit ist gekommen (mein Gott, schon wieder). Ich soll zum Studenten umgestylt werden, und während ich ihr also Cha Cha und Walzer anlerne, wachsen meine Haare im harmonischen Gleichklang mit mir und den Statistiken, von denen auch Gerrit-Groupie Johanna überrascht ist. Gestern hat sie mich mit dem Kugelschreiber angemalt, da habe ich dieses Video gesehen und mich gefragt, warum ich hier auf dem Dorf ratze und nicht als bolivianischer Ziegenhirte durch Frankreich wandere. Denn hier gibt es nur hässliche kleine Chantals und Kevins, die einem über den Weg laufen und dabei ihrer eigenen Beschränktheit durch vehementes Geplänkel den Ausdruck der irreparablen Volksverdummung verleihen. However. Der Herbst ist da.
Holladiewaldfee: Du kannst einen Kommentar schreiben oder meinen Feed abonnieren, wenn dir das hier gefallen hat.


Comments
No comments yet.
Leave a comment