Von Kartoffeln und Kürbissen

It’s Halloween again! Konservative, Traditionsverwurzelte, DDR-Nostalgische (na gut, die vielleicht grade nicht), Etablierte, die Bürgerliche Mitte, Konsum-Materialisten, Post-Materielle, Hedonisten, Experimentalisten und Moderne Performer feiern das Fest der Liebe Geister in Einklang mit der Welt da ganz weit draußen.

Was macht Ihr zu Halloween? Seid Ihr eher „convenienceorientiert“ oder habt Ihr doch „hohe Exklusivitätsansprüche“ im „selbstbewussten Establishment“ der „Erfolgs-Ethik“, umrahmt vom „Machbarkeitsdenken“, weil Ihr der „unkonventionellen Leistungselite“ des Landes angehört?

It’s halloween again!

In der von Österreichern (stimmts, „Frau Tirolerin“?) gern als „Erdopflchart“ bezeichneten Grafik, die jährlich von Sinus Sociovision herausgegeben wird, findet jeder seine passenden Kartoffel(n). Ich bin sowas zwischen „Postmateriell“ und „Moderner Performer“, glaube ich. Will heißen: ich „vertrete intellektuelle Interessen“, bin „hochgebildet“ und kann „im globalen Kontext“ agieren. Ich will mir „Zeitsouveränität verschaffen“ und schätze „subtile Genüsse“, gehöre andererseits aber auch der „jungen, unkonventionelle Leistungselite“ an, weil ich meine „Multioptionalität und Flexibilität ausleben“ will und „mit Multimedia groß geworden“ bin. Nicht zuletzt habe ich „Lust auf das Besondere“ und gebe dafür „auch viel Geld aus“.

Die dort aufgeführten Kartoffeln geben die Gesellschaft eigentlich richtig wieder. Gut, einige Neologismen sind redundant und hätten auch durch einfachere Termini substituiert werden können. Letztendlich ist es doch aber schön zu sagen: „Du, hömma, isch bin nisch faul, isch bin konwiehnienzoriäntiäährt!“

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