Late-Night-Tee
Während meine Wäsche ohne Gemütsänderung im Trockner auf ewig gleicher Stufe murrt und jegliches gutes Zureden keine fruchtbaren Resultate erzielt, hat sich die Reihe der möglichen Tätigkeiten enorm begrenzt. Intellektuell aufnahmefähig bin ich längst nicht mehr, nach acht Folgen Prison Break (Season 1 bis zum Finale) bin ich meinem geistigen Shutdown nahe und wollte eigentlich nur schlafen. Wäre da nicht dieser inkonsequente Wäschetrockner, gegen den ich langsam aber sicher eine gewisse Aversion entwickle.
Einzig bleibende Option: „Abwarten & Tee trinken“, wie man so schön sagt. Von Himbeer-Vanille über Birne-Granatapfel, Erdbeer-Kiwi, Rooibos, Pfefferminz, „Shaolin“ (grün mit Früchten), Earl Grey (ganz exklusiv und richtig british), Darjeeling bis Pai Mu Tan habe ich bislang die Auswahl in meiner Teekiste (wächst stetig). Gerade genieße ich ganz konventionell den zugegebenermaßen auch ein wenig langweilig-ordinär anklingenden Pfefferminztee – der allerdings am besten nur mit frischen Blättern aus unserem Garten schmeckt. Sowieso habe ich noch nie so richtig besonderen Tee getrunken (was man sich jetzt darunter vorstellen mag, ist fraglich). Was mir eine Menge fragen aufwarf: Gibt es auch Teefahrten? Also beispielsweise nach Asien, mit Tee-Verkostung und sonstigen Schmankerln? Oder Tee-Blogs? Ich habe mal kurz recherchiert und nur eines gefunden, aus Taiwan. Scheint recht ausführlich zu sein, aber unwahrscheinlich, dass man diese Tee-Sorten mal zu Gemüte geführt bekommt.

Tee-Plantage in At Valparai, Tamilnadu
So bleibt mir nur das verträumte Schweben in meiner ganz eigenen, kleinen Tee-Welt. Ich geh dann mal nach der Wäsche schauen.
Edit: Gerade habe ich es doch tatsächlich geschafft die Teekanne umzustoßen und den Inhalt über meine Füße zu gießen (das tat verdammt weh). Ich hätte den Pfefferminztee nicht so degradieren sollen. Jetzt ist’s zu spät.
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Tja, da sollte man eben einen jener Haushalte führen, in denen ein Fußkalter eine Selbstverständlichkeit ist…