„Liebes studiVZ Mitglied, …“
Nun habe auch ich die heiß diskutierte Mail mit der „Aenderung der allgemeinen Geschaeftsbedingungen und der Datenschutzerklaerung“ des studiVZ erhalten. Unsere Diskussion am heutigen Vormittag im Social-Software-Kurs mit Gerrit hat mich nachdenklich gestimmt.
Schon als ich für ein Referat über die „Skandalserie des studiVZ“ recherchierte und mich mal ausführlicher mit der Materie befasste, wurde es mir doch ganz anders. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich auf meiner Website, bei Flickr oder ähnlichen Social Networks viele Details meines Lebens preisgebe. Dennoch habe ich heute gleich alle persönlichen Daten im studiVZ gelöscht, Bilder vernichtet und Tags entfernt.
Meinen Account löschen lassen aber will ich nicht, leider, aus zwei trivialen Gründen: meine Freundesliste im studiVZ dient mir dazu, zu verfolgen, was Menschen, die eine Zeit lang mal in meinem Leben auftauchten und vielleicht auch wieder daraus verschwanden, im Moment eigentlich tun. Ich finde alte Freunde und es tun sich neue Bekanntschaften auf. Zum anderen gibt es einige Gruppen, in denen doch ganz sinnvolle Diskussionen zustande kommen und mir neue Perspektiven aufzeigen.
Das studiVZ war sozusagen von Anfang an für mich eine Hassliebe auf den ersten Blick. Dummerweise sind nunmal die meisten User da. Mittlerweile aber ist der Punkt erreicht, an dem ich diesem Social Network meine Daten nicht mehr bzw. nicht mehr wahrheitsgemäß zur Verfügung stellen will.
Ich werde die gesetzte „Galgenfrist“ dazu nutzen, Argumente abzuwägen und mich nach Alternativen umzuschauen. Als Gute-Nacht-Aktion trete ich noch aus ein paar Statement-Gruppen aus und lösche einige, die ich selbst erstellt habe. Da geht’s einem gleich wohler.
PS (unabhängig vom Text oben): Spreeblick, der Blog aus meiner Heimat, startet mit neuem Look&Feel ins neue Jahr, unbedingt ansehen! Ich finde den Relaunch sehr gelungen, samt nützlicher Eselsohr-Spielerei und diesem gewissen Etwas (vielleicht gibt’s dafür ja ein Fachwort, ich meine dass Zeichen so aussehen, als gehörten sie zum Font – siehe beispielsweise diese knuffigen Änkerchen).

Schönes Vorweihnachtsgeschenk!
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Comments
Hey Flo!
Gabt was neues in dem Fall:
http://www.welt.de/webwelt/article1464027/StudiVZ_lenkt_nach_WELT-ONLINE-Bericht_ein.h
tml
aber Leute bekommen das nicht mit, weil niemand die AGBs liest…rede gerade mit nem Freund drüber, der fand es hört sich alles gut an… man muss die Sache echt mehr publik machen!


Wenn du mich fragst, ist diese ganze StudiVZ-Geschichte Panikmache. Und ich glaube auch nicht, dass das jetzt zu nem sonderlichen Mitgliederschwund führt. Zum einen liegt das an den von dir genannten Gründen. Zum anderen aber auch daran, dass die Generation, die das StudiVZ nutzt, eine ganz andere Einstellung zum Thema Datenschutz hat als ihre Eltern. Es ist heute eben normal, dass man sorgloser mit seinen persönlichen Daten umgeht als früher. Ich persönlich finde das sogar gut so.