Den Spieß umgedreht
Beim Durchschauen meiner Statistiken entdecke ich immer wieder, dass Bilder auf meinem Server „Opfer“ von Hotlinking werden. Grundsätzlich habe ich da meinen Standpunkt. Der lautet: ich hotlinke auf meinem Blog nicht und beachte auch sonst Urheberrechte bzw. obligatorische Namensnennungen. Aber ich kann es verstehen, wenn Menschen (besonders, wenn sie im Internet relativ frisch sind) Bilder einbinden und das Urheberrecht unter Umständen missachten (auch mal gesehen: Bilder wurden von Flickr eingebunden, weil sie als „public“ gekennzeichnet waren – das heißt aber nichts, außer dass das Bild für alle User sichtbar ist und nicht nur z.B. wenn man selbst eingeloggt ist). Irgendwann lernen die meisten, was Sache ist.
Da drücke ich auch mal ein Auge zu, wenn meine Bilder auf fremden Websites genutzt werden (mit Ausnahme natürlich derer, die ich unter CreativeCommons lizenziere – bei manchen mache ich’s, bei manchen nicht, eine Strategie habe ich dabei nicht). Es ist ja auch nicht so, dass mein Traffic dadurch vehement in die Höhe getrieben würde. Der Anzeigentyp bin ich auch nicht. Es soll da draußen ja weitaus rigidere Köche als mich geben.
Aber es gibt einen kleinen Unterschied. Wenn ich sehe, dass Bilder von mir auf Profilseiten in Social Networks (insbesondere solche Spaß- und Chat-Communities für Prekariatskinder) eingebunden werden, im Zusammenhang mit jedweden sinnentleerten Bemerkungen, greife ich beherzt ein. Wenigstens fragen könnte man als Profilinhaber ja mal.
Ach .htaccess-Datei, mein kleiner Freund der späten Stunde – Spieß also umgedreht und aus dem heißgelinkten Bild einfach Eigenwerbung gemacht. So schaut das dann aus (Bildbreite entspricht 1280 Pixeln).

Das ist doch schön. Wenn Blogs die Klowände des Internets sind, vielleicht sind Profilseiten in Netzwerken dann die Anzeigenwände. Und jeder Hotgelinkte kann sein Poster selbst gestalten. Und nochwas Feines: Ich verhunze das ohnehin schon amateurhafte Layout, indem ich den Inhalt einfach in die Breite ziehe und habe beinahe den gesamten Bildschirm für mich. Ich habe noch überlegt, ob ich die Grafik immer aktuell halten sollte (in Bereiche unterteilen: was ist gerade neu gebloggt, was ist sonst noch interessant, etc.) – aber der Arbeitsaufwand war mir dann doch zu groß.
Fazit: Verlinken, meinetwegen. Unbedingt: Namen nennen und Link anbringen. Geht gar nicht: Müll dazuschreiben („˙·٠•● ღ mAiN SChaTZi BUShiDOoo ღ ●•٠·˙“ o.ä.). Und so gemein bin ich ja auch nicht. Ich habe mich für eine Blacklist, keine Whitelist entschieden. Will heißen: ich definiere keine Ausnahmegenehmigungen für spezielle Websites, sondern erlaube grundsätzlich alle. Nur wenn ich in der Statistik Auffälligkeiten sehe, wird die Seite auf die Blacklist gesetzt. Wobei von Blacklist eigentlich keine Rede sein sollte. Ich würde es eher „Liste der Anzeigenkunden“ nennen.
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