Paris hat den Eiffelturm, Rom hat das Kolosseum und Berlin das Brandenburger Tor. Stockholm hat – sich selbst. Die Natur, die Mode und die Menschen. Reicht doch dicke! 50 Dinge, die wir in 90 Stunden Stockholm gelernt haben.
- Die Stadt besteht aus 14 Inseln, die durch 57 Brücken verbunden werden. Das ganze Archipel ringsrum besteht aus mehr als 24.000 Inseln.
- Glatte Preise werden nicht wie in Deutschland mit ,– (2,– Euro) angegeben, sondern mit :- (20:- kr)
- Manchmal hat man in Stockholm das Gefühl, durch einen H&M-Katalog zu laufen.
- Die U-Bahnen fahren irgendwie unter dem Wasser auf mehreren Ebenen. (Dementsprechend lang sind die Rolltreppen.)
- Das Leitungswasser schmeckt besser als in Berlin.
- Der Nobelpreis wird jedes Jahr am 10. Dezember in Stockholm vergeben.
- Die Mehrwertsteuer beträgt 25 Prozent – dafür tut der Staat mehr für das Wohlbefinden der Bürger. Zum Beispiel kann man auf einigen Plätzen im Winter kostenlos Schlittschuh fahren.
- Hotdogs heißen bei IKEA in Schweden “wienerkorven” – außerdem gibt’s keine Röstzwiebeln und Gürkchen zum drauflegen und die Brote sind kleiner. (Dafür kosten sie nur 5 Kronen.)
- Die Autos in Stockholm sehen so dreckig aus, als seien sie täglich auf einer Offroad-Piste unterwegs und würden nie gewaschen werden.
- Wenn REA ist, gehen alle shoppen. REA (”Realisation”) ist sowas wie in Deutschland der Winterschlussverkauf. Fast alle Läden geben in der REA-Zeit 50 Prozent auf ihre Produkte (auch auf Tiernahrung).
- Königin Silvia sieht auf der 11-Kronen-Briefmarke aus wie ein Covermodel der Cosmopolitan – länge leve Photoshop.
- Danke heißt “tack” und hört sich ausgesprochen eher wie eine Imperativform an.
- Oliver Geißen und Tini Plate haben samt Baby bei Polarn O. Pyret am Kungsträdgården Klamotten geshoppt.
- Das lustigste Wort in der Tunnelbana ist “nodbrömsen”.
- In Stockholmer Subway-Filialen kann man Subs mit Köttbullar bestellen (42 Kronen).
- Ein Model im aktuellen H&M-Magazine heißt Stas – der Name klingt schwedisch, ist es aber nicht: er stammt aus dem russischen (Abkürzung von Stanislav).
- Der Durchschnitts-Stockholmer ist 39 Jahre alt, verdient monatlich 20.500 Kronen (ca. 1885 Euro) und hat 1,4 Kinder. Der Durchschnitts-Deutsche ist 41 Jahre alt, verdient monatlich 2.358 Euro und hat 1,3 Kinder.
- Auf der Södermalm kann man sich die besten Sachen kaufen. (Danke an die NEON!) Was ich mir geholt habe: Bauernschuhe von Cheap Monday (50 Kronen im Weekday), eine tolle Mütze von Topman (120 Kronen), Handschuhe von H&M (100 Kronen) und Socken von Topeco (im Carlings, 100 Kronen). War wohl alles auch in den 70er Jahren in.
- Die Mehrheit der Stockholmer sind Schweden, Finnen bilden die größte Minderheit.
- Das Glas “Pokal” kostet bei IKEA Schweden 4 Kronen (etwa 0,36 Euro), in Deutschland 0,59 Euro. Deutsche Vollmilchschokolade kostet im LIDL Schweden 8 Kronen (etwa 0,74 Euro), in Deutschland 0,39 Euro.
- Jungs tragen matrosig. Mit Bauernschuhen (yeah!) und Mantel und ganz großen Knöpfen. Hosen von Cheap Monday, ganz eng (eigentlich wollte ich mir noch so eine Cheap-Monday-Hose holen, aber die waren alle zu lang oder zu knallig-bunt). Haare zurückgekämmt und -gegelt oder von Pelzmützen oder Bommelmützen bedeckt. Auch aufgefallen: Zwirbelschnäuzer mit russischer Bärenfellkappe. Mädels tragen hochhackige Schuhe oder Stiefel zu einer bunten Strumpfhose und einem oder wahlweise mehreren Röcken.
- Die Schweden duzen sich.
- Der Chokladkoppen und der Kaffekoppen am Stortorget haben die gleiche Speisekarte, aber unterschiedliches Interieur. Empfehlenswert sind einerseits der Blaubeerkuchen, aber auch der Lachs-Spinat-Kuchen (für herzhafteren Geschmack). Im Chokladkoppen haben wir auch unseren Ryanair-Steward Pedro getroffen.
- Wie in Paris gibt es auch in Stockholm die Gratis-Zeitung “metro”. (Der Spiegel kostet umgerechnet fast 5 Euro.)
- Stockholm hat 100 Galerien und 75 Museen und somit die größte Dichte an Galerien und Museen weltweit.
- Auch im schwedischen IKEA muss man warten. Unsere Verkäuferin hieß Argwan und hat zum Kassieren unserer Vorkundin 25 Minuten gebraucht. Dadurch waren wir die Vorletzten im IKEA und wurden persönlich um 21 Uhr (eine Stunde nach Ladenschluss) rausgeschmissen.
- Schwedische Lindex-Werbung sieht aus wie deutsche H&M-Werbung. H&M-Werbung gibt es in Stockholm fast gar nicht.
- Wer in Deutschland hip ist, sagt “hej”. Wer in Schweden hip ist, sagt “tja”.
- Die Schwedische Tageszeitung “Svenska Dagbladet” wurde 2008 zurecht zu “Europe’s Best Designed Newspaper Of The Year” gekrönt.
- Der kälteste Monat in Stockholm ist Februar.
- Den Soundtrack zum oft gelobten Stockholmer Horrorfilm “Låt den rätte komma in” wurde vom Symfonický Orchestr Slovenského Rozhlasu Bratislava eingespielt.
- In den Automaten auf den Tunnelbana-Bahnhöfen gibt es auch Äpfel für sieben Kronen.
- Street-Art in Stockholm sind vor allem Rehe auf der Rückseite von Straßenschildern und Hasen vorne auf Fußgängerüberwegsschildern.
- In vielen Geschäften stehen Macs an den Kassen. (Sowieso surft man in Internet-Cafés mit Macs.)
- Trendige Brillenträger tragen fette Goldrahmenhornbrillen.
- Im Press Stop auf der Södermalm (Hamngatan) gibt’s gute Magazine und eine Holzkiste mit alten Zeitschriften, durch die man sich wühlen kann.
- Auf dem Schwedischen Fernsehsender STV2 kommt bis 11 Uhr morgens Testbild. Generell werden englischsprachige Filme nur mit Untertiteln im Fernsehen gezeigt.
- Stockholm ist teuer.
- Die Tunnelbana in Stockholm wird auch als die “weltgrößte Kunstgalerie” bezeichnet. Die 109 Kilometer lange Strecke verbindet über 100 Stationen, die zum Großteil mit Malereien, Skulpturen und Mosaiken versehen wurden.
- Mitten im H&M an der T-Centralen gibt es ein kleines Café.
- Das traditionelle “Schweden-Rot”, in dem viele Häuser gestrichen werden, ist giftig. Die Farbe enthält viele Schwermetalle wie Blei oder Cadmium. Mittlerweile gibt es auch schadstoffärmere Farben im gleichen Ton.
- An den “Stockholmspanelen” hat jeder freien Zugang zum Internet.
- In Schweden wird im Durchschnitt täglich ein Kochbuch herausgebracht, das ist Weltrekord.
- Slussen ist eine Schleuse mitten in Stockholm. Sie trennt das Süßwasser des nahen Mälarsees vom Salzwasser der östlich liegenden Ostsee.
- Vom 100-Kronen-Schein blickt der grandiose Carl von Linné, Begründer der biologischen Nomenklatur.
- Schweden sind hilfsbereit. Im Kino: “It’s a swedish film.” — I know that. — “Without subtitles.” — I know that. — “So you’re sure you wanna watch the film?” — Yes! — “But yo’re not gonna understand it, cause it’s a swedish film.” — I know that. — “And there’s no subtitles. No swedish ones, no english ones.” — I know that. — “Ah, okay. Well, have fun.” (Und die können gut Englisch.)
- Es gibt mehr Sushi-Läden als China-Restaurants.
- In Stockholm gibt es den Ökopark (Ekoparken). Er ist der erste Nationalpark der Welt, der innerhalb einer Stadt liegt.
- MediaMarkt hat in Schweden den Claim “Plötzligt känns allt annat puckat”, was soviel heißt wie “Plötzlich wirkt alles andere bescheuert”. Am Anfang hatte der Konzern verstärkt mit Klischees über Deutsche geworben, unter anderem in Kampagnen wie “då sätter jag bratwursten i halsen” (”da stopf ich mir doch die Bratwurst in den Hals”) oder “scheissebillig”. Verantwortlich ist eine Münchner Werbe-Agentur.
- Stockholmer Lebensart ist geil.

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